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Einbezug der Optik des Kindes vom Anfang seines Lebens an

20/11/2012

fnetz logo Einbezug der Optik des Kindes vom Anfang seines Lebens an
 
 
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Unser Wissen über die Entwicklung des Kindes während der Schwangerschaft, in der Neugeborenenzeit, als Säugling und Kleinstkind hat sich im Laufe der letzten Jahrzehnte grundsätzlich verändert. Es bestehen heute keine Zweifel mehr, dass zu Beginn des Lebens eines Kindes Weichen für die Art und Weise späterer Lebensbewältigung gestellt werden.

Schon im Mutterleib haben wir es mit einem präsenten Baby zu tun: es fordert sein Umfeld heraus, von ihm aus kommt die Geburt in Gang und es verfügt über eine beachtliche Anzahl von Kompetenzen auf dem Entwicklungsweg zum Kindergartenkind.

Für alle, die sich auf diesem Gebiet der frühen Jahre in der Begleitung von Kindern und ihren Bezugspersonen engagieren, heisst das, sich in Weiterbildungen damit vertraut zu machen, was an neuen Erkenntnisse auf welche Weise an Mütter/Väter weiter gegeben werden kann. Dabei gilt es auch, sich darüber klar zu werden, welche bisherigen Denkgewohnheiten und Vorstellungen nicht mehr Gültigkeit haben können.

An der Wiege neuen Lebens stehen in Europa Gynäkologinnen und Gynäkologen, Hebammen, Kinderärzte und Kinderärztinnen, Pflegefachfrauen auf der Wochenbettstation und Doulas. Sie bieten Müttern/Vätern unterschiedliche Wege für die Begleitung während Schwangerschaft, unter der Geburt und im Wochenbett an - sei es in der Geburtsvorbereitung, im Spital, im Geburtshaus oder zu Hause. Bekommen Mütter/Väter auf
jedem dieser Wege jenes Wissen zum neuen Bild vom Kind vermittelt, aus dem sich die Begleitung ihres Kindes entwickeln muss?

F-NETZNordwestschweiz stellt fest, dass hier, am Anfang des Lebens, die Ergebnisse aus der neurologischen, psychologischen und pädagogischen Forschung (von ein paar Ausnahmen abgesehen) noch wenig in ihren Auswirkungen im konkreten Alltag bedacht worden sind und werden. Der Dialog zu Schwangerschaft, Geburt und der Zeit danach hat zwar zwischen den Ärzten, Ärztinnen und Hebammen begonnen. Er findet jedoch noch unter
Ausschluss psychologisch und pädagogisch orientierter Fachpersonen statt. So jedenfalls präsentiert sich die Situation für F-NETZNordwestschweiz nach einem Einblick in die Weiterbildungsangebote des deutschen und schweizerischen Hebammenverbandes und in die Themen beim internationalen Kongress Geburtshilfe im Dialog – Integrative Geburtshilfe in Klinik & Praxis in Mannheim, März 2013.

F-NETZNordwestschweiz verfolgt deshalb den Plan, in einem Team von Fachleuten unterschiedlicher Herkunft zu erarbeiten, wie unter Einbezug des neuen Bildes vom Kind eine Geburtsvorbereitung, ein Informationsabend der Gebärabteilung, die Geburt und die nachgeburtliche Begleitung des Neugeborenen, Säuglings und Kleinstkindes aussehen müsste.

Basel, den 16. November 2012

Margrit Hungerbühler-Räber und Kathrin Keller-Schuhmacher Co-Leiterinnen F-NETZNordwestschweiz